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Was ist Arteriosklerose?


Arteriosklerose ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung unserer Arterien und gehört weltweit zu den häufigsten Todesursachen, da sie Komplikationen wie Herzinfarkt, Herzinsuffizienz, Schlaganfall und periphere arterielle Verschlusskrankheit auslöst.



Früher ging man davon aus, dass es sich bei der Arteriosklerose lediglich um einen Prozess der Arterienverhärtung handelte, der mit einer sekundären Verengung der Arterien einherging, die schließlich zu deren vollständigem Verschluss führen konnte. Dank intensiver Forschung zu Arteriosklerose in den letzten Jahrzehnten wissen wir heute, dass es sich um eine komplexe, chronisch-entzündliche Erkrankung unserer Arterien handelt.


Im Verlauf der Arteriosklerose bilden sich Ablagerungen, sogenannte atherosklerotische Plaques, in den Arterienwänden. Diese Plaques enthalten Cholesterin (insbesondere LDL-Cholesterin und dessen oxidierte Form) und andere Lipide sowie Entzündungszellen. Dieser Prozess beginnt bereits viele Jahre, bevor Symptome auftreten.

Entstehung und Fortschreiten der Arteriosklerose: Von der anfänglichen Lipidansammlung in der Arterienwand bis hin zu atherosklerotischen Plaques, die den Blutfluss einschränken oder ein Blutgerinnsel auslösen. Abbildung von Servier Medical Art, lizenziert unter CC BY 4.0

Was geschieht in einer Arterie, wenn sich Arteriosklerose entwickelt?


Als erster Schritt bei der Arteriosklerose wird die innere Auskleidung der Blutgefäße, das sogenannte Endothel, aktiviert. Dies kann durch Faktoren wie einen hohen LDL-Cholesterinspiegel (manchmal auch als „schlechtes Cholesterin“ bezeichnet), Bluthochdruck, Rauchen und Diabetes ausgelöst werden. Infolgedessen kann LDL-Cholesterin in die Arterienwand eindringen. Darüber hinaus werden inflammatorische Blutzellen angezogen, die sich an das Endothel binden und in die Gefäßwand wandern, wo sie eine Entzündung auslösen. Durch diese Cholesterinablagerungen und die Entzündungsreaktionen bilden sich Plaques in der Arterienwand.


Während der Plaque wächst, verändert sich die Arterienwand, und der Raum im Inneren des Blutgefäßes, durch den das Blut fließt, kann sich verengen, was zu einer Verringerung des Blutflusses führen kann. Geschieht dies in den Arterien, die das Herz versorgen, verursacht dies die typischen Symptome einer koronaren Herzerkrankung, nämlich Angina pectoris oder Brustschmerzen, insbesondere bei körperlicher Aktivität, wenn der Körper mehr Sauerstoff benötigt.


Alternativ können die Plaques brüchig und instabil werden. Eine solche instabile Läsion kann schließlich reißen. Dies löst die Bildung eines Blutgerinnsels aus, das eine Arterie plötzlich verstopfen kann. Tritt dies in einer Herzkranzarterie auf, verursacht es einen Herzinfarkt. Geschieht dies in einer Arterie, die das Gehirn mit Blut versorgt, kann es zu einem Schlaganfall kommen.


Wie kann ich mein Risiko senken?


Viele Faktoren beeinflussen die Entstehung von Arteriosklerose. Einige lassen sich nicht ändern, wie beispielsweise das Alter oder die genetische Veranlagung, andere hingegen können beeinflusst werden. Dazu gehören LDL-Cholesterin, Blutdruck, Diabetes, Rauchen, Körpergewicht, körperliche Aktivität und Ernährung. Ein gesunder Lebensstil mit regelmäßiger körperlicher Aktivität und einer ausgewogenen Ernährung, der Verzicht auf Rauchen und die Aufrechterhaltung eines gesunden Körpergewichts können dazu beitragen, das kardiovaskuläre Risiko zu senken. Gegebenenfalls kann auch eine medikamentöse Behandlung helfen, Risikofaktoren wie einen hohen LDL-Cholesterinspiegel, Bluthochdruck oder Diabetes zu kontrollieren. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen können dabei helfen, kardiovaskuläre Risikofaktoren frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Wichtig ist, dass das gesamte kardiovaskuläre Risiko von der Kombination mehrerer Faktoren abhängt und nicht von einem einzelnen Risikofaktor allein.


Wie wird Arteriosklerose behandelt?


Angesichts der wichtigen Rolle des LDL-Cholesterins bei der Entstehung und dem Fortschreiten der Arteriosklerose bilden Medikamente, die das LDL-Cholesterin im Blut senken – wie Statine, Ezetimib und PCSK9-Inhibitoren – den Eckpfeiler der aktuellen Behandlung zur Verringerung des Risikos für kardiovaskuläre Ereignisse.



Darüber hinaus umfasst die Behandlung der Betroffenen eine sorgfältige Kontrolle anderer kardiovaskulärer Risikofaktoren, darunter Bluthochdruck, Diabetes, Rauchen, Übergewicht, Bewegungsmangel und eine ungesunde Ernährung. Individuell angepasst kann eine Behandlung sowohl Änderungen des Lebensstils als auch geeignete Medikamente beinhalten.


Warum ist weitere Forschung zur Arteriosklerose wichtig?


Selbst wenn das LDL-Cholesterin sehr effektiv gesenkt wird, besteht bei einigen Betroffenen weiterhin ein hohes Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle. Das liegt daran, dass Arteriosklerose nicht allein durch LDL-Cholesterin verursacht wird, sondern auch durch Entzündungen, das körpereigene Immunsystem und andere Faktoren. Da wir die genauen Prozesse, die die Entstehung atherosklerotischer Läsionen steuern, noch nicht vollständig verstehen, ist weitere Forschung wichtig. Ziel ist es, zusätzliche Therapieoptionen zu entwickeln, um das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle bei Betroffenen weiter zu senken, die trotz optimaler Kontrolle des LDL-Cholesterinspiegels weiterhin einem hohen Risiko ausgesetzt sind.